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Marous Doppelschlag entscheidet Test

Sonntag, 15. Februar 2026 · 13:00 UhrTestspiel

Schiedsrichter: Bayram Kurnaz

90

Nach Rückstand siegt RSV 3:1 bei Sparta – Marou doppelt, Dierking macht 3:1

Spielbericht vom 15. Februar 2026

Der Spielbericht wird präsentiert von:

    Es gibt diese Tage im Testspiel-Kalender, an denen alles ein bisschen schneller, ein bisschen härter und vor allem ein bisschen kurioser abläuft als geplant. Sparta Göttingen 2 gegen RSV Göttingen 05 2 begann genau so: ein zerfahrener Auftakt, ein frühes Gegentor – und am Ende ein verdienter 3:1-Auswärtssieg für den RSV.

    Die Gastgeber nutzten bereits in der 15. Minute eine Unaufmerksamkeit im Aufbauspiel des RSV eiskalt. Die Nummer 44 stand richtig, schloss aus kurzer Distanz ab und schob zum 1:0 ein. Ein kalter Duscher für eine Mannschaft, die heute zum ersten Mal dieser Vorbereitung wirklich mit Ball arbeiten wollte.

    Kuriositäten blieben nicht aus. Frühe Personalbewegungen, Benennungen, die sich im Ticker fast selbst überholten, und ein Spiel, das anfangs noch nach Trainingsspiel roch. Die größte Sorge kam in der 30. Minute: Emanuel Müller bekam bei einem Luftzweikampf vom gegnerischen Kapitän einen Tritt ins Gesicht, die Platzwunde musste später im Krankenhaus versorgt werden. Glück im Unglück: Die Diagnose ist keine schwerwiegende Verletzung, aber der Moment zeigte, wie schnell ein freundschaftliches Testspiel ernste Züge annehmen kann.

    Zur Halbzeit reagierte das Trainerteam und stellte um. Drei Wechsel direkt nach dem Seitenwechsel zeigten, dass man den Hebel ansetzen wollte. Es dauerte keine drei Minuten: Eine Ecke – und Marouane Babia Jaa stand am zweiten Pfosten völlig unbeobachtet. Der Kopfball in der 48. Minute brachte den Ausgleich. Die Erleichterung war groß, die Stimmung kippte.

    Eine Minute später war Marou nicht aufzuhalten. Die Gastgeber wirkten nun löchriger, RSV roch Lunte und sofortigte nach. Marou nutzte die Freiräume und erhöhte aus kurzer Distanz zum 2:1 (50.). Zwei schnelle Nadelstiche, zwei Akzente – so schreibt man die Wende in Testspielen.

    Die zweite Halbzeit wurde die stärkste Stunde des RSV an diesem Nachmittag. Ballbesitz, Laufbereitschaft und ein klareres Verschieben – Sparta zog sich mehr und mehr zurück, der RSV wurde dominanter. In der 80. Minute setzte Johann Dierking den Schlusspunkt: Nach Pass von Marou schloss er aus knapp zehn Metern wuchtig ins linke Eck ab. Das 3:1 war die Folge einer deutlichen Leistungssteigerung im zweiten Durchgang und letztlich die verdiente Entscheidung.

    Zwischen all dem: Anekdoten, die nur ein Testspiel schreibt. Ein Comeback der kuriosen Art – die Rückkehr von Frenk Günter wurde mit dem Hinweis auf seine belebte Achillessehne und einem Augenzwinkern begleitet (NikeFree x IBU Abuser, anyone?). Wechsel, kleine Blessuren, ein kurzer Knöchel-Schreck bei Julian Duque – und am Ende ein Freistoß für Sparta nach einem Gerangel, bei dem Moritz Bracher sich noch einmal mit beherztem Einsatz meldete. So sehr ein Testspiel der Vorbereitung dient: Intensität und Wille waren da.

    Trainerstatement (Marius B.): "Ich habe heute zwei Gesichter meiner Mannschaft gesehen. Die erste Halbzeit war ein Weckruf – zu viele einfache Dinge haben nicht funktioniert. Nach der Pause haben wir gezeigt, wofür wir arbeiten: Mut im Spiel nach vorne, Konzentration bei Standards und die Bereitschaft, die Sau rauszulassen. Marou hat mit seinem Doppelschlag ein echtes Ausrufezeichen gesetzt, Johann hat die Ruhe bewahrt und den Deckel draufgemacht. Wichtig ist mir auch, dass Emanuel keine dauerhaften Schäden davonträgt. Solche Szenen nehmen wir ernst, aber es ist eine Erleichterung, dass es glimpflich ausgeht. Insgesamt war das ein sinnvoller Test: Wir wissen jetzt, woran wir arbeiten müssen – und woran nicht."

    Fazit: RSV gewinnt diese erste richtige Trainingseinheit mit Ball nach einer klaren Steigerung im zweiten Abschnitt verdient mit 3:1. Es war kein Schönheitspreis, aber eine Lehrstunde in Geduld, Umstellung und Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor. Und das, liebe Leute, ist in der Vorbereitung oft mehr wert als ein makelloses Ergebnis.