Sportpädagogische Konzeption

Inhalte dieser Seite

I.     Vorwort
II.    Herleitung der sportpädagogischen Konzeption 
III.  Eine Kurzversion für "Schnelles Lesen"
      - Sportpädagogisches Konzept
      - Aspekte einer dynamischen Jahresplanung
      - Verstärkende Maßnahmen für Trainingsspiele
      - Anleitung und Vertrauen in die Selbständigkeit der Kinder
IV.   Einzbeziehen der Eltern als Kenner ihrer Kinder

I. Vorwort 

Wir sprechen im Basisbereich bis zur D-Jugend von Entwicklungsförderung, nicht von Ausbildung, weil dieser Begriff die enorme Eigentätigkeit der Kinder nicht impliziert und die Bedeutung der schulischen Anteile überhöht. Egal, ob Auswahlteams, Anfänger-Gruppen, Kinder oder Jugendliche, Jungs oder Mädchen - allen werden passende Fußball-Angebote unterbreitet - siehe HP-Rubrik "Leitidee + Angebotsstruktur".

Selbstverständlich gilt es emotionale, soziale und bewegungstheoretische Aspekte in einer sportpädagogischen Konzeption für den Kinder- und Jugendfußball zu berücksichtigen - ohne Dogmatismus, aber mit wertschätzender Haltung, auf der flexible Leitlinien aufbauen: für die Angebots-Struktur und ihrer inhaltlichen Ausgestaltung und für das Zusammenwirken der Kinder und ihrer Eltern mit ihren Übungsleitern/Innen.

II. Herleitung der sportpädagogischen Konzeption

Spielfähigkeitsvermittlung in jungen Jahren fußt beim RSV05 auf einer wissenschaftlichen Untersuchung bei 5-8-Jährigen Anfängern und Fortgeschrittenen zum Thema Entwicklung des sachlogisches Denkens bei Kindern am Beispiel Fußball (TARANT 1990).

Aus grundlegenden wissens- und handlungspsychologischen Erkenntnissen ergeben sich weitere der im Folgenden skizzierten Maßnahmen. Schlussendlich ergibt sich aus systemischen Erwägungen und Gegebenheiten (sachlogische Ableitungen aus der Spielidee) ein Konzept der Spielsinnvermittlung, das alle gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen miteinander entwicklungsfördernd verbindet.

Hier ist eine Kurzversion online gestellt um Einblicke unserer Arbeit im Kinderfußball zu erhalten. Wer mehr dazu wissen möchte, kann sich gerne beim Sportpädagogen Ralf Tarant melden (tarant@gmx.de, 0177-4757991).

III. Eine Kurzversion für "schnelles Lesen"

Im sportpädagogischen Konzept des RSV05 werden die Kinder im Basisbereich in angenehmer Lern- und Spielatmosphäre gemeinschaftlich an das Fußballspiel erlebnisbetont und spielgemäß von der G- bis zur F/E/D-Jugend herangeführt und weiter entwickelt. Fußball ist die ideale Basissportart für alle Lauf- und Ballsportarten. Sie kann bereits sehr frühzeitig mit den Kindern gespielt werden.

Sportpädagogisches Konzept

Um sich selbsttätig und selbstwirksam im Spielgeschehen besser einbringen zu können, werden über kleine Übungsreihen Lern-Impulse für den Hauptteil des Trainings gesetzt, der planvoll angeleitete kleine Gleichzahlspiele (optimal 3:3, aber auch 2:2, 4:4) beinhaltet, die einen Großteil der Trainingszeit ausmachen. Regelmäßige Ball- und Laufgeschicklichkeit runden das Programm ab.

Das Fußballspiel ist ein ausgewogenes Sportspiel, dass seinen Teilnehmern – vor allem aber dem Ballspieler – immer die Wahl lässt: Dribbeln, Passen oder 1:1 – bis ein Mitspieler aufs Tor schießen kann. Hier wird die zentrale Funktion des Dribbelens in den Ballspielen deutlich: ohne Dribbelgeschicklichkeit kann sich der Ballspieler nicht in Pass-Position oder Schuss-Position bringen – geschweige denn ein erfolgreiches 1:1 gestalten.

Dribbeln und Tricksen können Kinder am besten gegen möglichst gleichstarke Spieler durch viele erfolgreiche Versuche verinnerlichen. Gegen stärkere Spieler wird logischerweise das Passen oder Wegbolzen favorisiert, gegen schwächere Spieler favorisieren Kinder das dann zu einfache Dribbeln – die lehrreiche Ausgewogenheit der Wahlfreiheit ist damit in beiden Fällen nicht gegeben.

Bringt man den Kindern in könnensgleichen Spiel- und Lerngruppen das geschickte Freilaufen bei, ergibt sich eine entwicklungsfördernde Spieldynamik für jedes angeleitete Trainingsspiel  – auf allen Niveaustufen und sogar bei jungen Anfängern.

Aspekte einer dynamischen Jahresplanung -

In der RSV05-Jahresplanung sind Schwerpunkte vorgeschlagen, die zu einer bestimmten Zeit geschult werden sollten. Sie beinhaltet genügend Freiräume für die Jugendtrainer
a) die vorgeschlagenen Schwerpunkte nach eigenem Ermessen auszugestalten
b) eigene aktuell aus dem Spielgeschehen abgeleitete und unmittelbare Notwendigkeiten ins Training einzubauen.

Jahr für Jahr sollen diese Schwerpunkte auf höherem Niveau weitergeschult und weiter entwickelt werden - und zwar in zweifacher Weise:

1) steigerbar von Jahr zu Jahr, während ein Jahrgang z.B. Jg. 2013 heranwächst
2) steigerbar von Jahrgang zu Jahrgang z.B. was können wir mit den 2014er in der F-Jugend besser machen als ein Jahr zuvor bei den 2013ern?

Empathisches Beobachtungs- und ein entwicklungsförderliches Coaching-Vermögen helfen zu erkennen „was geht“. Um Anforderungsgrenzen auszuloten, darf man sie mutig und begründet über- und unterschreiten. Man kann auch jüngeren Kindern viel zutrauen - vorausgesetzt man kann es sehr gut vermitteln.

"Wenn ein Schüler eine Lektion nicht versteht, ist entweder der Lehrer schuld - oder die Lektion" (Aus dem Film: Untergang des Römischen Reiches, 1964)

Dribbeln und Freilaufen – als Basis spielerischer Selbsttätigkeit im Jahresplan

Von September geht es im individualtaktischen Training (Finten im 1:1, Stellen und Lenken im defensiven Zweikampf) als Vorbereitung zum Gruppentaktischen Training (2:1, 1:2, 3:2) vor allem um Dribbel- und Zweikampfgeschicklichkeit (kleine Spiele auf engem Raum). Gleichzeitig werden in kleinen Spielen (3:3/4:4) vor allem einfache Freilaufmuster (breit/hoch/ tief, auf Lücke/Außen, lang/kurz)  kindgerecht aufgezeigt, wofür es eine ansprechende Spielfeldgröße bedarf, um den Anfängern Freilauf-Räume, Pass-Lücken und Dribbelräume erkennbarer werden zu lassen.

Fortsetzung im Gruppentaktischen Bereich bis hin zu mannschaftstaktischen Themen

Im November/Dezember stehen Bewegungstechniken für genaue Flachpässe auf dem Plan. Darauf aufbauend wird im Januar/Februar Kombinationsfußball anschaulich aufgezeigt, was in den kleinen Spielen wieder seine Anwendung findet. Im Übergangsbereich zum Mannschaftstaktisches Verhalten wird dies ab Ostern bis zu den Sommerferien in großen Spielen vertieft und mit Flugbällen und ihrer Verwertung, Flügelspiel und mannschaftliches Herausspielen von Torchancen, Absichern, Spieleröffnung und Standards ergänzt, um in den entscheidenden Pflichtspielen bestehen zu können.

Das reicht aufgrund der Jahrgangsteams darüber hinaus bis in die Anfangszeit der neuen Saison um dann im September mit den individualtaktischen Schwerpunkten erneut in die nächste Jahresplanung individual-taktisch zu starten – dann aber wieder auf einem höheren Niveau mit entsprechend anspruchsvolleren Übungen, Spielformen und Provokationsregeln.

Verstärkende Orga-Maßnahmen für Trainingsspiele

(1) Mehrere kleine Gleichzahlspiele (3:3 )
.. mit genügend Raum organisieren, um den Anfängern Freilauf- Dribbel- und Passräume überdeutlich erkennbar werden zu lassen.
a) mit TW+2:2+TW (Kinder-TW andribbeln in Überzahl lernen; Erwachsenen-TW als
    Spielordner per Freilauf-Erinnerung und genauem Anspiel)
b) als Funinio im 3:3 ohne TW auf vier Tore

Im 3:3 haben die Kinder doppelt so viele Ballkontakte wie im 6:6.

(2) Möglichst könnensgleiche Kleingruppen einteilen,
um ein balanciertes Dribbel-zu-Pass-Verhältnis bei allen Spielern zu provozieren (zu starke Spieler sehen keine Passnotwendigkeit da sie über das Dribbling immer zum Erfolg kommen, schwächere Spieler können kaum Dribbel- und Zweikampfgeschicklichkeit entwickeln, da sie dabei zu oft den Ball verlieren).

(3) “Bolzverbot” und Ballspieler- und Freilauf-Algorithmus erlassen
Es verhindert das “planlose Wegschießen” des Balles. Daraus ergibt sich für den Ballspieler eine forcierte wettkampfnahe Dribbel-, Pass- und Zweikampfschulung – vorausgesetzt er darf tatsächlich IMMER frei wählen: Mit anderen Worten, wir bieten dem Anfänger sozusagen einen “Ballspieler-Algorithmus” an, bei dem es grundsätzlich richtig ist, sich im Spielhandeln für das Passen oder Dribbeln (inkl. 1:1) zu entscheiden – Hauptsache, der Ball wird nicht planlos umhergebolzt.

Für implizites Erkennen und Nutzen von Passspiel-Angeboten wird analog ein Freilauf-Algorithmus gelehrt (breit, aus dem Weg, verteilen, da hin wo Platz ist). Das ist mittels Spielkultur ein provoziertes wettkampfnahes, modernes Techniktraining, weil sie im Spielverhalten der Kinder die kontrollierten Ballkontakte fördert. Beim Vermitteln wird nach dem Prinzip vorgegangen mit möglichst wenigen Infos ein Maximum an Orientierung zu bieten. Damit wird der Zufall kulturell genutzt – zu Erschaffung einer dynamischen Spielkultur, die das eigenständige Lernen im Spielgeschehen provoziert.

Vertrauen und Geduld in die Selbsttätigkeit des Kindes, bestärkendes Anleiten 

Vertrauen in die Selbstorganisation der Kinder in ihrer Entwicklung der Spielfähigkeit (motorisch, psychologisch und im Sinnverständnis) ist hier gleichermaßen unabdingbar, wie das beispielgebende und bestärkende Coaching im Spielgeschehen – ebenso wie das Deutlichmachen und Erinnern von “No Go Verhalten”wie z.B. planloses Bolzen, dem eigenen Ballspieler in den Weg Laufen oder dem eigenen Spieler den Ball wegzunehmen

Einbeziehen der Eltern als Kenner ihrer Kinder

"Bildungspartnerschaft" mit Spielerfamilien ist in der Vereins- und Verbandsarbeit noch ein unterschätzter Begriff. Über eine wertschätzende Einbeziehung der Eltern lassen sich negative Gefühle, die in Ausnahmefällen zu störenden Übergriffen vom Spielfeldrand führen können, weitgehend entschärfen.

Hier ist auch Zivilcourage von allen Beteiligten gefragt. Konkurrenzdenken und übertriebener Ehrgeiz lassen sich mittels eines angenehmen Lernklimas in den eigenen Teams präventiv vorbeugen. Dazu sind alltagsintegrierte Gespräche sehr, sehr hilfreich - notfalls auch mal ein persönliches Treffen am Tisch oder allgemein am Elternabend.

Fußball spielen zu lernen ist letztlich alltagsintegrierte Bildungsarbeit auf vielen Gebieten (Motorik, Sprache, Freundschaften, Psychologie, Selbstwirksamkeit u.v.m.). Aus dem Anspruch, neben der Entwicklung von Mannschaften, für die Kinder auch individuell die bestmögliche Förderung zu bieten, leitet sich die Bildungspartnerschaft zwischen Trainern und Eltern ab. 

Dies wird vom Sportpädagogen beim RSV05 je nach Bedarf in den Teams begleitet. Dabei handelt es sich um offene handlungsleitende Hypothesen zur bestmöglichen individuellen fußballerischen und sportpädagogischen Unterstützung. Umso wichtiger ist die Einbeziehung der Eltern bei offenen Fragen - sie sind die besten Kenner ihrer Kinder.

MfG Ralf Tarant
M.A. Sport/Pädagogik/Publizistik- und Kommunikationswissenschaft

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