Pokal verloren, Ehre gewonnen – Zuschauer-Eklats der Rotenberger blieben im Finale der U13 ohne Folgen

Im Endspiel um die Kreismeisterschaft Göttingen-Osterode musste die D1 vom Trainerteam Ralf Tarant und Lenz Willnow gegen den JFV Rotenberg eine 1:3-Niederlage hinnehmen, die dem Leistungsvermögen der beiden Mannschaften vom Ergebnis her nicht wirklich entsprochen hat. Denn gerade in den ersten 20 Minuten waren die wahren Kräfteverhältnisse deutlich zugunsten des RSV05 zu Tage getreten, obwohl eher eine knappe Auseinadersetzung erwartet worden war. Der Artikel soll auch zeigen, dass man sich im Jugendfußball nicht alles gefallen lassen muss.
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(Die Bilduntertitel erhält man per Mausklick auf die Fotos,,die man dann auch einfach der Reihe nach durchklicken kann))
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Doch war das Spiel bei den Jungs in der RSV-Kabine nach der Siegerehrung, bei der sie sich vorbildlich verhalten haben, nicht das Thema. Thema waren einzig und allein das ungebührige Verhalten etlicher Rotenberger Eltern am Spielfeldrand und  überflüssige Wortgefechte während des Spiels. Hinzu kam noch das Thema vom “geschenkten 3:0″ als der Schiedsrichter während einer unklaren Spielfortsetzung zum Entsetzen der RSV-Akteure ein Rotenberger Tor (weil so gut wie ohne Gegenwehr erzielt) als gültig erklärte, was letztlich die Entscheidung in der Meisterschaft brachte. Schade.

Trotz
Trotz zahlreicher verletzungsbedingter Umstellungen in der zweiten Halbzeit, blieben die Jungs ganz gut im Spiel und wurden auch dafür mit dem Ehrentreffer belohnt. Ohne dem ominösen “3:0″ wäre es ja vielleicht nochmal vor den Augen von KJO Dieter Seliger, Spielleiter Peter Drewelow und Staffelleiter Karl-Heinz Göthemann richtig spannend geworden…

Vor

Vor dem Spiel war schon auch klar, dass das erste Tor das wichtigste sein würde. Und es war klar, dass nach den Erfahrungen bei der HKM-Endrunde (als z.B. eine Rotenberger Mutter vor unserer Spielerbank herum tanzte und die Jungs verhöhnte “nicht mal gegen zwei Spieler könnt Ihr gewinnen”) ein Schiedsrichter mit Klarheit und Durchsetzungsvermögen gefragt war, um den “Spezialisten vom Rotenberg” hier und da Einhalt zu gebieten. Ein Schiedsrichtergespann wäre da wohl noch wirkungsvoller gewesen. Leider ließ der angesetzte noch recht unerfahrener Schiedsrichter aus Hahle Beschimpfungen von Spielern und Beleidungen von Eltern gegen unsere Spieler schlicht und einfach durchgehen und unternahm nichts gegen härter werdende Fouls, was den Rotenbergern mehr in die Karten spielte – auch auf RSV-Seite wurde dann mal eine gelbe Karte oder Zeitsrafe übersehen.

“Es war meines Erachtens wahrlich keine endspielwürdige Leistung des Unparteiischen. Einzelne Fehler sind normal  – um die geht es nicht. Es ging um die Grundeinstellung das Spiel und das begleitende Geschehen wahrzunehmen und entsprechend zu leiten”
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“Nimm den 11er aus dem Spiel” und andere Befremdlichkeiten

Die Befremdlichkeiten fingen damit an, dass mindestens fünf  SVR Trainer rund um den Platz an den Seitenlinien drappiert waren, mehr oder weniger lautstark sowie mehr oder weniger ehrlich im Anzeigen der Ausbälle. Nach den starken ersten 15 Minuten, in denen die Göttinger 3-4 hochkarätige Chancen nicht nutzen konnten und bei einigen vielversprechenden Ecken den Ball auch nicht im Tor unterbrachten (siehe Fotos oben), kam die Anweisung von einem dieser fünf Spielfeldrand-Trainer “nimm den 11er aus dem Spiel”.


Bela Noe mit der Rückennummer 11 war – auch vor den Augen von Stützpunkttrainer Thomas Hellmich, – bis dahin innerhalb einer klasse RSV-Teamleistung bester Mann auf dem Platz. Wer die Anweisung “Nimm den 11er aus dem Spiel” als Manndeckung interpretierte lag schief. Bela wurde daraufhin innerhalb weniger Minuten dreimal gefoult (mal gegen den Ball, mal ohne Ball an Kniekehle, Achillissehne und Ferse mit Fußgelenk), wobei es nach dem dritten Foul dann leider nicht mehr für Bela, der zusamen mit Filip die perfekte Doppelsechs spielte, weiterging.

Auf dem Boden liegend wurde Bela obendrein von den Rotenberger Zuschauern ungebührlich verhöhnt: mit “OOOOHHH”-Jammer-Rufen. Ein Schamgefühl für dieses kollektive Fehlverhalten brachten weder die Rotenburger Zuschauer noch Trainer auf. Unglaublich aber wahr!

In der zweiten Hälfte setzten die Rotenberger noch einen drauf, als ein RSV-Spieler von einem Rotenberger Elternteil extrem lautstark als “Wichser” tituliert wurde – selbst auf der Gegengerade sehr gut hörbar – also förmlich über dem Schiedsrichter “hinweggeweht”. Auch hier kann Zivilcourage auch vom Seitenrand sicherlich hilfreich sein. Jedenfalls gab es dann in den letzten acht Minuten nichts mehr dergleichen zu hören.

Verständlich, dass sich die Jungs nach dem Spiel nur über dies Szenen unterhielten und nicht über das Spiel, indem sich die Rotenberger als faktisch cleverer in der Chancenwertung erwiesen hatten (Nach einem Lattentreffer, der aus dem sehr grenzwertigen Nachsetzen eines Rotenbergers nach einem dieser neumodischen “Zum-Gegner-Hochbälle” resultierte, war es dann der erste wirkliche Torschuss der Eichsfelder, der vom Innenpfosten auch gleich ins Tor sprang, siehe Foto rechts) und die Eichsfelder somit das Endspiel für sich in erfolgreiche Bahnen lenkten – dafür den Rotenberger Jungs auch den sportlichen Glückwunsch.
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Die erbrachte Liga-Leistung steht klar über dem Endspielverlauf

Die Jungs wussten aber auch selber, dass sie eine klasse Saison in einer sehr starken Stadt-Staffel in Hin- und Rückrunde vor dem 1.SC 05 und dem SC Hainberg gewonnen haben, die auch bei der HKM-Endrunde zusammen mit dem RSV die spielstarken Mannschaften gestellt hatten, zu denen die Rotenberger mit ihrem rustikalen Spielstil eher nicht gehören.

“Der Stolz über die sportlich deutlich höher zu bewertende Liga-Leistung überwog die erlebte Enttäuschung über die Endspielniederlage, die halt auch wesentlich von Faktoren der Tagesform, Spieldynamik, Glück und Pech, Schiedsrichter, Verletzungen usw. beeinflusst werden – eine beachtliche Einschätzung der 12-13jährigen RSV-Spieler.”
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Anbei folgt in kürze eine kleine Fotoserie  – ab hier in chronologischer Reihenfolge – zum Endspieltag in Ebergötzen:



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